TOP Ö 8: Projektbezogene Kooperation mit der Ökomodellregion Pfaffenhofener Land und Teilnahmemöglichkeit für Landwirt*innen an der Bodenallianz der Stadt Pfaffenhofen (B)

Sachverhalt/Begründung

 

Hintergrund

Die bayerische Klimawandelanpassungsstrategie, kurz BayKLAS, und der Ministerratsbeschluss zu mehr regionalem und ökologischen Lebensmitteln in staatlichen Kantinen in Bayern sehen als Teil des bayerischen Landesprogramms BioRegio Bayern 2030 eine Steigerung des ökologischen Landbaus bis zum Jahr 2030 auf 30% der landwirtschaftlich genutzten Fläche vor. Ebenso sollen die regionale Vermarktung von Lebensmitteln gestärkt, Transportwege verkürzt und bis 2030 eine Versorgung von 50% mit ökologischen und/oder regionalen Lebensmittel in allen öffentlichen Kantinen erreicht werden. Um diese Ziele zu erreichen wurde der, für das bayerische Landesprogramm BioRegio Bayern 2020 geschaffene, Wettbewerb Ökomodellregion des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten fortgeschrieben und in 2019/2020 um 15 Ökomodellregionen erweitert. Insgesamt gibt es 27 Ökomodellregionen.

 

Die Gemeinden Scheyern, Hettenshausen und Ilmmünster bilden zusammen mit der Stadt Pfaffenhofen a.d.Ilm die Ökomodellregion Pfaffenhofener Land. Die Ökomodellregion ist aus der 2018 in der Stadt Pfaffenhofen gegründeten Bodenallianz hervorgegangen und ist Ende 2019 offiziell gestartet. Die Bodenallianz bildet hierbei einen essentiellen Teil zur Erreichung der Ziele des ökologischen Landbaus, währen der Fokus der Ökomodellregion vor allem auf der Vermarktung der regional erzeugten Lebensmittel liegt.

 

Der Anteil an ökologischer Landwirtschaft lag 2016 im Landkreis bei 6,8% und bayernweit bei ca. 11%. Der Anteil an bio/regionalen Lebensmitteln in den öffentlichen Kantinen im Landkreis ist momentan weder festgeschrieben noch erhoben. Um einen Beitrag zu den von der Staatsregierung beschlossenen Ziele zu leisten, sollte der Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm mit der Ökomodellregion projektbezogen kooperieren und Landwirt*innen mit Betriebssitz im Landkreis die Teilnahme an der Bodenallianz ermöglichen. Gerade bei der Vermarktung der regional erzeugten Lebensmittel ist ein landkreisweiter Ansatz vielversprechend.

 

Kooperation mit der Ökomodellregion

Die Kooperation zwischen der Ökomodellregion Pfaffenhofener Land und dem Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm könnte dabei wie folgt aussehen:

Der Landkreis und die Ökomodellregion können entweder gemeinsam Projektideen entwickeln oder mit bestehenden Projektideen aufeinander zugehen. Sollten beide Parteien einer Projektidee zustimmen können diese das Projekt gemeinsam durchführen. Projekte können aber auch ohne Beteiligung oder Abstimmung mit der jeweils anderen Partei durchgeführt werden.

Die Finanzierung der einzelnen Projekte soll projektspezifisch geklärt werden. Von Seiten des Landkreises soll hierfür ein Budget in Höhe von 20.000€ bereitgestellt werden.

 

Teilnahmemöglichkeit für Landwirt*innen an der Bodenallianz

Eine Teilnahmemöglichkeit bei der Bodenallianz für Landwirt*innen mit Betriebssitz im Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm könnte wie folgt aussehen:

Bei der Bodenallianz können eine begrenzte Anzahl von Landwirt*innen aus Landkreisgemeinden teilnehmen. Der Teilnahme an der Bodenallianz geht eine Erstberatung durch Herrn Joseph
Amberger und Herrn Dr. Peter Stapel voraus. Eine Idee ist die Erstberatung in einem Workshoptag zu bündeln statt sie auf jedem Hof einzeln durchzuführen, um zum einen Kosten und zum anderen Vorbereitungszeit zu sparen. Das langfristige Ziel ist, dass die Landwirt*innen der Bodenallianz auf ökologischen Landbau umstellen. Die Umstellung auf Biolandbau ist aber weder ein Muss, noch gibt es einen festgelegten Zeitplan.

Landwirt*innen können als Teil der Bodenallianz an verschiedenen Kursen und Aktionen teilnehmen. Es gibt momentan folgende Kurse: a) den FokusNaturTag in Zusammenarbeit mit der
Bioland Stiftung. Bei diesem werden die Landwirt*innen einen ganzen Tag auf dem eigenen
Betrieb zum Thema Biodiversität beraten. b) den Bodenkurs. Hier werden Landwirt*innen über
3 Jahre zu den Themen Bodenverbesserung, Bodenschutz und Biolandbau beraten und betreut. Eine maximale Teilnehmerzahl für Landwirt*innen aus dem Landkreis ist von beiden Seiten nicht gewünscht, es soll sich aber ungefähr im Rahmen von bis zu 50 Landwirt*innen bewegen. Ein Lenkungskreis, bestehend aus Teilnehmern der Bodenallianz, berät über die Richtung der Bodenallianz.

 

Die Kosten für die Kurse sollen für Landwirt*innen außerhalb des Ökomodellregions-Gebiets durch den Landkreis übernommen werden. Die Kosten für die aus dem Landkreis teilnehmenden Landwirte würden zwischen der Stadt Pfaffenhofen und dem Landkreis abgerechnet werden. Die Kosten wurden bereits vorverhandelt.

Folgende Kosten pro Betrieb könnten auf den Landkreis zukommen:

a) FokusNaturTag                                                     ~ 1000€

b) Bodenkurs (Dauer 3 Jahre)                                  ~   800€/Jahr

c) Erstberatung                                                               300€

d) Jahresbeitrag für Administratives                              100€/Jahr

 

Insgesamt lägen die Kosten hier bei 25 teilnehmenden Betrieben bei 55.000€, sofern diese alle Angebote wahrnehmen.

 


Beschlussvorschlag:

 

Der Kreisausschuss stimmt der projektbezogenen Zusammenarbeit mit der Ökomodellregion und der Schaffung der Teilnahmemöglichkeit für Landwirt*innen an der Bodenallianz zu.

Die Verwaltung wird damit beauftragt eine finale Preisliste mit der Ökomodellregion und der Bodenallianz auszuhandeln, einen Vertrag zu verfassen und die Bewerbung der Zusammenarbeit abzustimmen.

In den Kreishaushalt 2021 soll das benötigte Gesamt-Budget in Höhe von 75.000 € eingeplant werden.


Beschluss:

 

Der Ferienausschuss stimmt der projektbezogenen Zusammenarbeit mit der Ökomodellregion und der Schaffung der Teilnahmemöglichkeit für Landwirt*innen an der Bodenallianz zu.

Die Verwaltung wird damit beauftragt eine finale Preisliste mit der Ökomodellregion und der Bodenallianz auszuhandeln, einen Vertrag zu verfassen und die Bewerbung der Zusammenarbeit abzustimmen.

In den Kreishaushalt 2021 soll das benötigte Gesamt-Budget in Höhe von 75.000 € eingeplant werden.

Zusätzlich sollen 5.000,00 Euro für den Hopfenring investiert werden (5 Kurse á 1.000,00 €).

 


Anwesend:                                   12

Abstimmung:

Ja-Stimmen:                                12             

Nein-Stimmen:                              0