TOP Ö 8: Einrichtung eines Bildungsmanagements und Bildungsmonitorings (B)

Sachverhalt/Begründung

 

1.    Kurzbeschreibung der Ausgangslage im Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm

 

Der Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm hat sich erfolgreich um die Verleihung des Qualitätssiegels „Bildungsregion in Bayern“  beworben. In einem rund eineinhalbjährigen Prozess haben ehrenamtliche Mitarbeiter aus den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Verwaltung die Bildungsvoraussetzungen im gesamten Landkreis durchleuchtet. Die Ist-Situation wurde erfasst, Lücken und Handlungsbedarfe aufgedeckt. Dabei entstand eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen für die bestehende Bildungslandschaft und Projektideen noch besser zu gestalten. Die gesamte Bewerbung steht auf der Seite: www.bildungsregion.landkreis-pfaffenhofen.de als PDF-Datei zum Herunterladen zur Verfügung. Im Januar 2016 ist die Siegelverleihung geplant.

 

Die Anstrengungen um das Qualitätssiegel „Bildungsregion in Bayern“ sind Teil des 2013/2014 initiierten familienpolitischen Gesamtkonzepts mit Zukunftsfeldern „Familie, Bildung und Senioren“.

 

Der Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm möchte die bisher geleistete Arbeit nicht mit der Verleihung des Siegels beenden, sondern dieses vielmehr zum Anlass nehmen, eine kommunale Bildungslandschaft zu gestalten, deren Management eine vielfältige und wertvolle Datenbasis zugrunde liegt. Die Ergebnisse aus der Bewerbung und die Projektideen können dann mit Unterstützung des geplanten Bildungsbüros in Angriff genommen werden.

 

Die Einrichtung eines Bildungsbüros mit Bildungsmanagement und Bildungsmonitoring soll unter anderem die Voraussetzungen schaffen, die von den ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistete Arbeit strukturiert fortzuführen und Projektideen zu optimieren und umzusetzen.

 

2.    Gesamtziele des Vorhabens

 

Das kommunale Bildungsmanagement hilft den Kommunen,

 

·        den Bildungsstand und die „Beschäftigungsfähigkeit“ von Bürgerinnen und Bürgern zu erhöhen (Standortfaktor Bildung);

·        die Herausforderungen des demographischen Wandels zu bewältigen (z.B. Fachkräftemangel), z. B. „Stille Reserven“ zu aktivieren und über bedarfsgerechte Angebote für den Arbeitsmarkt wieder verfügbar zu machen.

·        Bürgerinnen und Bürger besser über vorhandene Bildungsangebote zu informieren und zu beraten. Bedarfe in Schule und Wirtschaft sollen mit den Angeboten vor Ort verknüpft und für den Landkreis passgenaue neue Bildungsangebote eingerichtet werden, insbesondere für Bürgerinnen und Bürger mit besonderem Unterstützungsbedarf (z.B. Inklusion, Integration, z.B. auch Bildungsmaßnahmen zur Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen); die Angebote sollen mit den Akteuren vor Ort, abgestimmt auf den Bedarf und in dauerhafter Kooperation, entwickelt und durchgeführt werden.

·        dass in allen Lebensphasen die Übergänge zwischen den Bildungsphasen gelingen (z.B. Schule-Beruf, zweiter Bildungsweg, Wiedereingliederung);

·        das Handeln der Beteiligten effizient zu gestalten (interne Kooperation);

·        alle Bildungsakteure besser zu koordinieren und einzubeziehen (Partizipation).

·        Über das Bildungsmanagement sollen Fördermöglichkeiten und Fördermittel eruiert und beantragt werden, so dass die Projekte auch nachhaltig installiert werden können

 

Kommunales Bildungsmonitoring zur Erfassung der Bildungssituation ist die Grundlage für eine bedarfsbezogene Bildungsplanung und die Entwicklung von  strategischen Überlegungen des kommunalen Bildungsmanagements.

 

3.    Förderprogramm „Bildung integriert“

Inhalt und Ziele des Förderprogramms

 

Das BMBF hat ein Förderprogramm „Bildung integriert“ aufgelegt (27.01.2015). Die Mittel dafür stammen aus dem Europäischen Sozialfonds. Gefördert wird damit die Einrichtung des Bildungsmanagements und Bildungsmonitorings. Der Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm muss den Antrag bis 31.10.2015 stellen. Die Laufzeit der Förderung beträgt drei Jahre. Fachlich begleitet wird der Landkreis von der Transferagentur Bayern für Kommunales Bildungsmanagement. Diese wird u.a. vom Freistaat Bayern und den kommunalen Spitzenverbänden in Bayern unterstützt.

 

Entsprechend den Anforderungen des Förderprogramms strebt der Landkreis Pfaffenhofen auf dem Weg zu einem datenbasierten und in sich zusammenhängenden Bildungsmanagement und unter Einbeziehung aller bildungsrelevanten Akteure folgende Entwicklungsziele an:

 

·        Entwicklung eines fortschreibbaren kommunalen Bildungsmonitorings als Grundlage einer bedarfsbezogenen Bildungsplanung, aufbauend auf dem vorhandenen Berichtswesen und den bestehenden Planungen;

·        Fortentwicklung von Überlegungen und Konzepten für die strategische Steuerung eines lokalen Bildungsmanagements. Schwerpunkte sollen dabei sein:

o   Auf- oder Ausbau geeigneter Koordinations- und Kooperationsstrukturen vor Ort;

o   Verstetigung der für ein Bildungsmanagement relevanten Aktivitäten, die im Zuge der Bewerbung im Landesprogramm „Bildungsregion in Bayern“ begonnen wurden;

·        Aufbau eines Koordinierungsstelle für die Bildungsberatung;

·        Ausbau des bestehenden Übergangsmanagements zu einem umfassenden, d.h. alle Lebensphasen und Übergänge übergreifenden Bildungsmanagement. 

 

Durch den Start des Projektes mit zwei Mitarbeitern ist es möglich, in relativ kurzer Zeit bereits erarbeitete Projekte umzusetzen und ggf.  auch geeignete Finanzierungsprogramme einzubeziehen. Die Projektdauer von drei Jahren lässt hierbei einen gezielten Einsatz mit ergebnisorientierter Vorgabe zu. Innerhalb von drei Jahren kann und muss Bilanz gezogen die Effizienz der Maßnahme überprüft werden.

Im Rahmen der geplanten Maßnahmen will das Bundesbildungsministerium auch allen rund 400 Kreisen oder kreisfreien Städten in Deutschland mit Beginn 2016 ermöglichen, einen Koordinator zur Organisation und Koordinierung von Bildungsangeboten für Flüchtlinge zu finanzieren. Voraussetzung ist dabei, dass diese Koordinierungsstelle in ein breiteres Verständnis von Bildungsmanagement vor Ort eingebunden wird.

 

Zuwendungszweck

Aufbau eines datenbasierten Bildungsmanagements (Aktivitäten in  Bildungsreinrichtungen, mit deren Hilfe Lehr- und Lernprozesse initiiert und geplant durchgeführt werden), Bündeln von Akteuren und Aktivitäten vor Ort (dauerhafte Kooperationen) und Bildungsmonitorings (fortlaufende Berichterstattung), d. h. Erfassung und Darstellung von Daten, die eine Aussage über die Bildungssituation in einem Bildungssystem geben

 

Gegenstand der Förderung

Unterstützung beim Auf- und Ausbau einer kommunalen Bildungslandschaft

 

Voraussetzung für die Förderung vor Antragstellung

·         Sicherstellung der Ko-Finanzierung (50 % der Gesamtkosten)

·         Intensive Zusammenarbeit mit einer Transferagentur

·         Erstellung eines Gesamtkonzepts und Darstellung im Förderantrag

 

Voraussetzungen für die Förderung nach Antragstellung:

·         Kooperationsverträge mit Akteuren der Bildung (Träger Kitas, Schulen, …)

·         Abschluss einer Zielvereinbarung mit einer Transferagentur

·         Bereitschaft zur Evaluation und

·         Teilnahme an programmbegleitenden Veranstaltungen

 

Umfang der Förderung:

·         Bis zu zwei wissenschaftliche Mitarbeiter (Eingruppierung E 11 bis E 13) – je ein(e) Mitarbeiter(in) für Bildungsmanagement und Bildungsmonitoring; über die Eingruppierung entscheidet die Kommune. Sie soll in das Gesamtgefüge passen.

·         Reisekosten bis 6.500 Euro

·         Basissoftware Monitoring bis 3.000 Euro + 1.500 Euro Unterstützungskosten/Jahr

·         Förderzeitraum: 3 Jahre

·         Gesamtkosten (grobe Schätzung) über 3 Jahre:           250.000 bis 300.000 Euro

Förderung 50%:                                                        125.000 bis 150.000 Euro

Finanzmittel des Landkreises über 3 Jahre:       125.000 bis 150.000 Euro

 

Ausgaben für den Landkreis pro Jahr:           ca.40.000 bis   50.000 Euro    

 

 

 

 

 

 


Beschlussvorschlag:

 

Der Landkreis Pfaffenhofen bewirbt sich beim Bundesministerium für Bildung und Forschung für das Förderprogramm „Bildung integriert“. Nach Zusage der Fördermittel wird der Bereich Bildungsmanagement und Bildungsmonitoring mit je einer Vollzeitstelle, befristet für die Dauer der Förderung, besetzt.

 


Herr Staudter kommt um 16:25 Uhr wieder zur Sitzung.

Herr Straub kommt um 16:26 Uhr wieder zur Sitzung.

 

Herr Weichenrieder verlässt die Sitzung um 16:40 Uhr.

 

Beschluss:

 

Der Landkreis Pfaffenhofen bewirbt sich beim Bundesministerium für Bildung und Forschung für das Förderprogramm „Bildung integriert“. Nach Zusage der Fördermittel wird der Bereich Bildungsmanagement und Bildungsmonitoring mit je einer Vollzeitstelle, befristet für die Dauer der Förderung, besetzt.

 


Anwesend:                                   53

Abstimmung:

Ja-Stimmen:                                52

Nein-Stimmen:                              1